Leinenführigkeit
Vielleicht die frustrierendste Übung von allen. Aber auch diejenige, die deinen Alltag am meisten verbessert.

Das Ziehen an der Leine lässt sich nicht durch einen magischen Ruck oder ein Anti-Zieh-Geschirr lösen. Es lässt sich lösen, indem du deinem Hund beibringst, dass Ziehen niemals, aber auch gar niemals funktioniert. Es ist eine langsame Arbeit von 2–4 Wochen mit der Grundregel: Wenn er zieht, gehst du nicht vorwärts.
Was du erreichst
- Entspannte Spaziergänge
- Dein Rücken und deine Schultern werden es dir danken
- Weniger frustrationsbedingte Reaktivität
Ein Hund, der zieht, macht jeden Spaziergang zur Strafe für euch beide.
Bevor du beginnst
- · Kennt seinen Namen
- · Akzeptiert Leine und Geschirr
Material
- · Y-Geschirr (kein Halsband)
- · Führleine 1,5–2 m (keine Flexileine)
- · Leckerlibeutel
Schritt für Schritt
- 1
Bestätige die richtige Position
Zuhause oder im Garten: Lass ihn ohne Leine an deiner Seite stehen. Jedes Mal, wenn er einen Schritt macht und an dir kleben bleibt – markern und belohnen. 20 Mal wiederholen.
- 2
Geh auf die Straße mit der goldenen Regel
Starte den Spaziergang. Beim ersten Ziehen bleibst du stehen wie eine Statue. Zieh nicht zurück: warte einfach. In dem Moment, in dem die Leine locker wird (weil er sich umdreht oder schaut), mach einen Schritt. Zieht er wieder: bleib wieder stehen.
- 3
Richtungswechsel
Wenn Anhalten nicht hilft und er frustriert wird, Alternative: Dreh dich ohne Vorwarnung um und geh in die andere Richtung. Er lernt, dass Ziehen bedeutet, niemals ans Ziel zu kommen.
- 4
Blickkontakt belohnen
Belohne ihn während des Spaziergangs sofort mit einem Leckerli, wann immer er dich von sich aus ansieht. So baust du das Prinzip „Schau mich an, zieh nicht“ auf.
- 5
Mit Ablenkungen generalisieren
Geh in der Nähe von Hundeparks, Märkten oder Cafés mit Außenbewirtung spazieren. Wenn er zieht, bleibst du stehen. Das unterscheidet einen trainierten Hund von einem, der sich nur in leeren Straßen benimmt.
Häufige Fehler
- „Nur ein kleines bisschen“ Ziehen erlauben
- Die Leine jede Woche wechseln
- Würge- oder Stachelhalsbänder benutzen
- Das Ziehen verbal bestrafen
Wenn etwas nicht klappt
Er zieht in Richtung anderer Hunde
→ Vergrößere den Abstand zum anderen Hund und belohne das Hinschauen. Geh erst näher heran, wenn er dich wieder ansieht.
Er geht gut mit dir, aber schlecht mit jemand anderem
→ Die Regel funktioniert nur, wenn sich JEDER daran hält, der mit dem Hund spazieren geht. Ohne Beständigkeit gibt es keinen Lernerfolg.
Profi-Tipps
- Die ersten 5 Minuten sind fürs Geschäft; danach beginnt der „Trainings-Spaziergang“.
- Ein gut sitzendes Y-Geschirr verändert die Zugmechanik: Es heilt nicht, aber es hilft.
Vertiefung
An lockerer Leine zu gehen ist wahrscheinlich die größte Herausforderung für fast alle Hundebesitzer. Die „Baum“-Technik (anhalten, wenn er zieht), kombiniert mit Richtungswechseln und Belohnung von Blickkontakt, löst das Problem bei konsequenter Anwendung in 2 bis 4 Wochen.
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An der Tür warten
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